Bewerbung – wie man es nicht macht.

Februar 6, 2018

Wir sind auf der Suche nach Verstärkung für unser Sekretariat. Die Suche und die Auswahl geeigneter Bewerberinnen und Bewerber ist ein Zeitkiller. Manchmal freut man sich über besonders gelungene Bewerbungen. Manchmal kommt es ganz anders.

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Zunächst erreichte uns ein Anruf. Eine junge Dame bat um einen Termin. Auf die Frage, um was es denn ginge, sagte sie, dass Sie einen Termin vereinbaren wolle, um sich auf unsere Stellenanzeige zu bewerben.

Daraufin baten wir vorab um die Übersendung der Bewerbungsunterlagen. Dies sei nicht möglich, entgegnete die Bewerberin, denn ihr Drucker sei kaputt. Per E-Mail könne sie auch nichts schicken, denn sie müsse ja noch Änderungen an der Bewerbung vornehmen. Sie wolle lieber gleich zum Bewerbungsgespräch vorgelassen werden.

Da wir gerne selber entscheiden, mit wem wir Bewerbungsgespräche führen, haben wir abgelehnt und angeregt, eine Möglichkeit zu finden, die Unterlagen einzusenden.

Einige Tage später hat sich für die Bewerberin diese Möglichkeit offenbar eröffnet. So haben wir dann eine E-Mail erhalten, bei der es sich um eine Weiterleitung einer Mail an eine andere Kanzlei handelte. Die Daten der anderen Kanzlei hatte die Bewerberin nicht entfernt. Die Betreffzeile lautete „Fwd: Bewerbung“

Der Text der E-Mail bestand ausschließlich aus zwei Links zu Dokumenten in einem Google Drive. Keine Anrede, keine Erklärung dazu. Ein Dokument war ein Anschreiben an ein städtisches Klinikum mit dem Betreff: „Bewerbung für die Patientenaufnahme“ Zumindest wurde aber auf die umfangreiche Erfahrung als Rechtsanwaltsfachangestellte verwiesen.

Das zweite Dokument war ein „Lebenslauf“, der keinerlei Angaben zum Lebenslauf oder der schulischen und beruflichen Bildung oder gar zu früheren Arbeitsstellen beinhaltete.

Zwei Anhänge hatte die E-Mail noch: Ein Zwischenzeugnis, das die Bewerberin offenbar fotografiert hat, während sie es mit der Hand vor das Handy hielt, sowie eine (ebenso fotografierte) Bescheinigung über das bestehen der Abschlußprüfung. Alles ohne Noten.

Unterirdisch. Blöd nur, daß die gesparte Zeit für die schnelle Ablehnung dieser Kandidatin in die Verfassung dieses Beitrags geflossen ist. Trotzdem: Es mußte raus.

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