Abmahnung wegen fehlender Widerrufsbelehrung bei einem Kontaktformular?

April 21, 2015

Heute erreichte uns eine Anfrage wegen einer Abmahnung unter Maklern.

Abgemahnt wurde eine fehlende Widerrufsbelehrung. An sich nichts ungewöhnliches. Nach Artikel 246 Abs. 3 Satz 1 EGBGB ist ein Unternehmer verpflichtet, den Verbraucher in Textform über sein Widerrufsrecht zu belehren, wenn dem Verbraucher ein Widerrufsrecht zusteht. Ein Widerruf  wiederum steht dem Verbraucher unter anderem dann zu, wenn er einen Fernabsatzvertrag schließt (ausschließliche Verwendung von Fernkommunikationsmittel, z.B. E-Mail, zum Vertragsschluß), §§ 312g, 355 BGB.

Ungewöhnlich war die Auffassung des Abmahners, die Widerrufsbelehrung hätte dem Kontaktformular auf dem Internetportal des abgemahnten Maklers beigefügt werden müssen.

Unserer Auffasung nach kommt ein (Makler-)Vertrag jedoch nicht schon dadurch zustande, daß ein Interessent ein Kontaktformular ausfüllt. Was genau soll also ein Interessent, der das Kontaktformular ausgefüllt hat, widerrufen?

Vielleicht findet sich ja ein Makler, der sich dennoch erbarmt, dem Abmahner seine geforderten € 150,00 für die Abmahnung zu zahlen. Die meisten Unfälle passieren bekanntlich am Schreibtisch.